BYD: Der Traum vom Elektroautomobil

    BYD fährt zweigleisig

    Der Absatzmarkt für Batterien und Akkus wächst jedes Jahr um ca. 6%.

    Die BYD (Build your dreams) Company Ltd. wurde 1995 von Wang Chuanfu in Shenzhen gegründet und ist der weltweit größte Batterie- und Akkuhersteller. Bis 2003 stellte BYD nur Batterien her. Dabei hat sich das Unternehmen vor allem auf Lithium-Ion-, Nickel-Kadmium- und Nickel-Metallhydrid-Batterien spezialisiert. Der Absatzmarkt für Batterien und Akkus wächst jedes Jahr um ca. 6%, da ständig neue technische Geräte auf den Markt kommen, deren Funktion von Batterien und Akkus abhängig ist. Die Akkus von BYD werden beispielsweise in Handys, Digitalkameras und Laptops eingesetzt. Seit 2002 ist BYD an der Börse in Hongkong gelistet. Im Jahr 2008 kaufte die MidAmerican Energy Holdings, ein Tochterunternehmen von Berkshire Hathaway Inc. des amerikanischen Großinvestors Warren Buffet, für EUR 173 Mio. 10% der Firmenanteile der BYD Co. Ltd.

    Elektrofahrzeuge als der Schlüssel zum Erfolg.

    Mit dem Kauf des chinesischen Automobilherstellers Qinchuan Automobile im Jahre 2003 erweiterte BYD seine Produktpalette um den Bereich Automobile. Um die PKW-Sparte von BYD kümmerte sich von nun an das eigens dafür gegründete Tochterunternehmen BYD Automobile Co. Ltd. mit Produktionsstätten in Xi`an und Peking. Dieser Kauf war ein strategischer Schachzug des CEO und Firmengründer Wang Chuanfu, der davon überzeugt ist, dass alternative Fahrzeugantriebe, insbesondere Elektrofahrzeuge, der Schlüssel zum Erfolg sind.

    Bisher sind die Fahrzeuge der Marke BYD in Europa häufig nur dafür bekannt, dass sie den Fahrzeugen großer westlicher Automobilkonzerne zum Verwechseln ähneln. So sieht zum Beispiel der BYD F8 einem Mercedes CLK sehr ähnlich. Das erste Firmen-Logo auf den BYD-Fahrzeugen sah auf den ersten Blick wie das BMW-Logo aus und BYD musste daraufhin sein Logo ändern.

    Das Ziel des Unternehmens ist es, bis zum Jahr 2025 9 Mio. Elektrofahrzeuge zu verkaufen.

    Das langfristige Ziel des Unternehmens ist es, bis zum Jahre 2025 9 Mio. Elektrofahrzeuge zu verkaufen. Die für das Jahr 2011 prognostizierten Verkaufszahlen konnte BYD nicht bestätigen. In den ersten 3 Quartalen verkaufte BYD 94.024 Fahrzeuge, was einem Zuwachs von 9,1% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Trotz allem musste das Unternehmen in diesem Zeitraum einen Gewinnrückgang hinnehmen. Die Prognosen für das kommende Jahr sind jedoch recht positiv, da die chinesische Regierung ab 2012 Fahrzeuge mit alternativen umweltfreundlichen Antrieben fördert, indem auf diese Fahrzeuge weniger oder gar keine PKW-Steuer entfällt. Dadurch rechnet BYD zukünftig weiterhin mit steigenden Absatzzahlen bei den Elektroautomobilen. Trotzdem hat das Unternehmen Ende 2011 bekannt gegeben, in Zukunft in den höheren Fahrzeugklassen auf PKW mit Verbrennungsmotoren zu setzen.

    Export von Batterien weltweit

    Bisher trägt das Geschäft mit Batterien und Akkus den größten Teil zum Umsatz bei. Bis ins Jahr 2006 hat das Unternehmen mit seiner Automobilsparte nur rote Zahlen geschrieben. Um im Bereich Batterien und Akkus weiterhin international erfolgreich zu sein, kostet BYD die Vorteile des Produktionsstandortes China (Werke in Shenzhen, Shanghai, Huizhou und Shanxi) voll aus. Zu den kostengünstigen Produktionsbedingungen kommt auch noch das hohe Lithium-Vorkommen in China. Somit ist es BYD möglich, Lithium-Ionen-Batterien zu fertigen, die den Preis japanischer Konkurrenten um 30-40% unterbieten. Im Wettbewerb mit den zweit- und drittgrößten Batterieherstellern, den japanischen Unternehmen Sanyo und Sony, ist dies ein großer Wettbewerbsvorteil.

    Zu den Großkunden BYDs zählen viele weltweit bekannte Unternehmen, wie beispielsweise der amerikanische Handyhersteller Motorola, der japanische Elektronikkonzern Kyocera und die deutsche Robert Bosch GmbH. Um immer in kundennähe zu sein, hat BYD Niederlassungen in den USA (Elk Grove Village und San Francisco), Taiwan, Korea, Japan und den Niederlanden. Für die Zukunft plant BYD einen zusätzlichen Firmensitz in Los Angeles.

    Bei der Internationalisierung der Automobil-Sparte orientiert sich BYD an den Erfahrungen von Geely und Chery.

    Bei der Internationalisierung der PKW-Sparte orientiert sich BYD hauptsächlich an den Erfahrungen der chinesischen Konkurrenten Geely und Chery. Jedoch ist die noch sehr junge Automobilsparte BYDs noch nicht sehr exportstark. Bisher hat BYD nur Exportbeziehungen nach Portugal, Malaysia, Angola, Bahrain, Russland und in die Republik Kap Verde, sowie in die Dominikanische Republik.

    BYD muss sich nicht nur auf dem internationalen Automobilmarkt durchsetzen, sondern auch sich national gegen die zahlreichen anderen chinesischen Automobilhersteller (Geely, Chery, FAW, SAIC) behaupten. Dabei setzt BYD auf die Konzentration seiner Kernkompetenzen im Bereich Elektrofahrzeuge. Trotzdem führt der Konkurrenzkampf zu einer Preisschlacht im Billigsegment, wo sich gerade die chinesischen Automobilhersteller auf dem heimischen Markt gegenseitig unterbieten.

    In Europa ist das Unternehmen BYD bisher weder als Batterie- und Akkuhersteller noch als Automobilhersteller präsent. Jedoch plant das Unternehmen sein Elektrofahrzeug e6 ab 2012 in Europa, Israel und den USA zu verkaufen.

    Die Übernahme von Qinchuan – Ein Meilenstein in der Firmengeschichte

    Die Übernahme des chinesischen Automobilbauers Qinchuan Automobile im Jahre 2003 war der erste Schritt auf dem Weg zum Elektrofahrzeughersteller und ein Meilenstein in der Firmengeschichte. Der CEO Wang Chuanfu sieht in diesem Bereich die große Chance des internationalen Durchbruchs. Da BYD der Weltmarktführer für Batterien ist und das notwendige Know-how mitbringt, sieht Wang Chuanfu darin einen klaren Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Automobilherstellern, denn die Leistungsfähigkeit eines Elektroautos hängt alleine von der Qualität der Batterien ab.

    Um Fahrzeuge der Marke BYD im Ausland zu vertreiben, ging BYD verschiedene Kooperationen mit regionalen Unternehmen ein. In Portugal ging das Unternehmen ein Joint Venture mit dem größten portugiesischen Automobilhändler, der Hipogest Group, ein.

    Im Jahre 2005 ging BYD eine Kooperation mit dem malaysischen Firma LM-Star Autoworld ein, um die PKW nach Südostasien zu exportieren.

    Um Fahrzeuge auf dem russischen Automobilmarkt zu verkaufen ging BYD 2010 ein Joint Venture mit der russischen Automobilfabrik TagAZ ein. BYD exportiert die PKW als SKD (Semi-Knocked-Down)-Kits nach Russland, wo sie nur noch endmontiert werden.

    Auch der Volkswagen-Konzern zeigte sich im Jahre 2009 sehr interessiert an einer Kooperation mit BYD, um Hybrid- und Elektroantriebe zu erforschen. Jedoch blieb diese Kooperation bisher ergebnislos, ganz im Gegensatz zum Joint Venture zwischen Daimler und BYD.

    Aus einem Joint Venture mit Daimler ging im Jahre 2010 das Unternehmen Shenzhen BYD Daimler Technology Company hervor. Das Gemeinschaftsunternehmen wurde speziell zur Entwicklung von Elektrofahrzeugen für den chinesischen Markt gegründet. Dabei bringt Daimler das Know-how eines renommierten Fahrzeugbauers mit und ist insbesondere für die Qualität und Sicherheit verantwortlich. BYD liefert das Expertenwissen für die Batterien. Bereits im nächsten Jahr soll das Konzept des Elektrofahrzeuges des vorgestellt werden, welches ab 2013 in China produziert und verkauft werden soll.

    BYD überholt Apple im Bloomberg Tech Top 100 Ranking

    BYD ist Weltmarktführer im Bereich Batterien und Akkus. Um diese Position weiterhin zu halten, kann sich das Unternehmen nicht nur auf die Kostenvorteile durch den Produktionsstandort China verlassen, sondern muss seinen technischen Vorsprung durch Forschung ausbauen. BYD ist bekannt für seine Innovationen und den hohen Stellenwert von F&E-Aktivitäten im Unternehmen. Im Bloomberg-Ranking Tech Top 100 im Jahre 2011 belegt BYD den ersten Platz und überholt damit sogar das amerikanische Unternehmen Apple, welches weltweit für seine innovativen Produkte bekannt ist.

    BYD unterhält F&E-Einrichtungen für seine Automobilsparte in Shanghai und Shenzhen und darüber hinaus ein College für Fahrzeugtechnik.

    In der nachfolgenden Abbildung sind die jährlichen Schutzrechteanmeldungen BYDs dargestellt und es ist eine deutliche Steigerung von Jahr zu Jahr zu erkennen. Seit 2000 meldet BYD Schutzrechte zum Schutz von geistigem Eigentum an. Bis zum Jahr 2003 wurden nur vereinzelte Patente und Gebrauchsmuster angemeldet, danach nahmen die Anmeldungen sprunghaft zu. In den Jahren 2006 und 2007 wurden jeweils über 1000 Schutzrechte angemeldet, wovon knapp die Hälfte Patente (engl. patent) waren. Patente sind forschungs- und kostenintensiver als Gebrauchsmuster (engl. utility model), gewähren jedoch auch einen längeren und umfangreicheren Schutz von Erfindungen.

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    In der folgenden Abbildung werden die oben beschriebenen Schutzrechteanmeldungen nach Technologiebereichen aufgeteilt. Die meisten Schutzrechte schützen Erfindungen im Bereich „Elektrische Geräte, Engineering und Energie“, gefolgt vom Bereich „Analyse-, Mess- und Kontrolltechnik“ und dem Bereich „Transport“. Da sich BYD hauptsächlich auf Batterien und jüngst auf Elektrofahrzeuge spezialisiert hat, sind diese Bereiche nicht besonders überraschend.

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    Die nächste Abbildung verdeutlicht nochmals die enorme Zunahme von Schutzrechtanmeldungen in den letzten Jahren. Während im Zeitraum 1998-2002 insgesamt knapp 100 Schutzrechte angemeldet wurden, waren es im Zeitraum 2003-2007 bereits über 4000. Auch die geographische Verteilung dieser Schutzrechtanmeldungen lässt sich aus der folgenden Abbildung entnehmen. Es zeigt, dass BYD bisher bei den Schutzrechtanmeldungen den Fokus auf China richtet und nur wenige Schutzrechte im Ausland, vorrangig in den USA und in Deutschland, anmeldete. Außerdem meldete BYD bis 2007 nur ca. 100 welt- und europaweit geltende Schutzrechte an.

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    Die Anmeldungszahlen von Trademarks weisen dagegen eine klare internationale Ausrichtung auf. Trademarks schützen keine Erfindungen, sondern Markennamen und -logos. BYD meldete insgesamt am meisten Trademarks auf dem heimischen chinesischen Markt an; gefolgt von Brasilien und Mexiko. In Asien meldete BYD insgesamt 362 Trademarks an, auf dem amerikanischen Kontinent 329. Auf dem amerikanischen Kontinent liegt das Hauptaugenmerk auf Brasilien, Mexiko und den USA. In Europa hingegen meldete BYD bisher nur wenige länderspezifische Trademarks an, dafür aber 29 europaweit geltende. Zudem hat sich BYD acht weltweite Trademarks schützen lassen.

    BYD_IP4
    References

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