Dongfeng: LKW bahnen die Straße zum Erfolg

    Dongfeng der LKW-Marktführer stellt sich vor

    Das Unternehmen Dongfeng wurde 1969 in Shiyan unter dem Namen Second Automotive Works gegründet. Es produziert Lastkraftwagen, Busse und PKW und ist außerdem in der Entwicklung und Herstellung von Motoren, Automobilteilen und KFZ-Zubehör tätig. 1981 fusionierte Second Automotive Works mit acht weiteren relativ jungen Unternehmen zur Dongfeng Joint Automobil Industrial Corporation, welche 1992 in Dongfeng Motor Corporation umbenannt wurde.

    Dongfeng gehört neben der Shanghai Automotive Industry Corporation (SAIC) und First Automobile Works (FAW) zu den drei größten Autobauern Chinas. Im Jahr 2010 war Dongfeng der zweitgrößte Automobilhersteller Chinas, mit einer jährlichen Produktion von über 2,7 Mio. Fahrzeugen. Dies ist ein Wachstum um 36% im Vergleich zum Vorjahr.

    Jeder fünfte Truck in China ist von Dongfeng.

    Besonders erfolgreich ist Dongfeng im Bereich Lastkraftwagen über sechs Tonnen (mittelschwere LKW). Mit voraussichtlich 279.400 produzierten LKW in 2011 ist die Dongfeng Motor Corporation der weltweit größte LKW-Hersteller. Jeder fünfte Truck in China ist von Dongfeng , was somit einem Weltmarktanteil von 10,5% entspricht. In internationalen Märkten ist Dongfeng jedoch kaum vertreten.

    Dongfeng beherrscht den chinesischen Markt für mittlere LKW zu ca. 50% und den Markt für schwere LKW zu etwa 35%. Da der chinesische Markt für schwere LKW starken Schwankungen unterliegt, bekommt Dongfeng diese Auswirkungen ebenfalls zu spüren. Boom-Zeiten in der LKW-Branche sind von drastischen Einbrüchen gefolgt, dies war beispielsweise im Jahre 2005 der Fall. Die Nachfrage nach Schwerlastenfahrzeugen ist, aufgrund verschiedener gesetzlicher Vorschriften, unerwartet stark eingeknickt. Dongfeng konnte sich jedoch, im Vergleich zu anderen chinesischen Unternehmen, relativ gut halten und die Branche rechnet mittel- bis langfristig wieder mit einem Nachfragezuwachs durch das anhaltende Wirtschaftswachstum und den Ausbau des Fernverkehrsnetzes in den Emerging Markets.

    Seit 2007 wird die Firmenstrategie Dongfengs auf den internationalen Wettbewerb im Bereich LKW ausgerichtet. Dabei war dem Firmenchef Xu Ping die Stärkung und Qualifizierung des Managements, die Verbesserung des Finanzcontrollings und eine Effizienzsteigerung im operativen Geschäftsbereich besonders wichtig. Dies alles sollte möglichst im Einklang mit einer Kostensenkung einhergehen. Die Globalisierungsstrategie beinhaltet auch einen umfangreichen After-Sales-Service, der durch Mitarbeitertrainings erreicht werden soll. Um den internationalen Vertrieb besser unterstützen zu können, wurde ebenfalls auf den Ausbau und die Qualifikation des weltweiten Netzwerkes und Servicesystem gesetzt. Hierbei stand der Aufbau einer starken Marke, Risikomanagement und Kundenmanagement im Vordergrund die an die Globalisierungsstrategien westlicher LKW-Hersteller wie MAN, Daimler oder VOLVO angelehnt ist. Das Ziel der Umstrukturierung Dongfengs war es, das Unternehmen für weitere Auslandsgeschäfte fit zu machen und somit vor allem den Umsatz aus dem Exportgeschäft deutlich zu erhöhen.

    Das Geschäftsjahr 2010 (das letzte Jahr des 11. Fünfjahresplans der chinesischen Regierung), war für das staatliche Unternehmen Dongfeng mit über 2,7 Mio. verkauften Fahrzeugen besonders erfolgreich, das Unternehmen erreichte ein neues Umsatzhoch.

    International noch im Anfangsstadium

    Während sich Dongfeng im PKW-Bereich ausschließlich auf den chinesischen Markt konzentriert, möchte sich das Unternehmen mit seinen mittleren und schweren Lastkraftwagen international langfristig unter den Top 3 LKW-Herstellern etablieren.

    Gerade die kleinen LKW, Minitrucks und Lieferwagen, die das Dongfeng-Tochterunternehmen DFSK produziert, werden ins Ausland exportiert. Die Nutzfahrzeuge sind verhältnismäßig günstig im Anschaffungspreis und erreichen dennoch Qualitätsstandards (ISO zertifiziert). Inzwischen ist Dongfeng bereits in Indonesien, Myanmar, den Philippinen, Vietnam und Paraguay mit weiteren Tochterfirmen vertreten, welche für den Verkauf und Vertrieb von Dongfeng und DFSK PKW und LKW zuständig sind. Darüber hinaus wurden Lieferwagen bereits nach Afghanistan, Pakistan, Afrika und in den Mittleren Osten exportiert.

    DFSK Nutzfahrzeuge werden bereits in Deutschland und Großbritannien verkauft.

    In Deutschland werden DFSK Nutzfahrzeuge seit 2010 durch die Indimo GmbH vertrieben, in Großbritannien durch das Tochterunternehmen DSFK UK. Auch Dongfeng Traktoren können bereits über Fahrzeugimporteure gekauft werden. Bisher sind nur die Nutzfahrzeuge und Traktoren von DFSK in Europa zu erwerben, die PKW von Dongfeng entsprechen bisher nicht den europäischen Sicherheits- und Qualitätsanforderungen. Produziert wurden Dongfeng Fahrzeuge bisher nur in Werken in China (Shiyan, Wuhan, Xiangfan und Guangzhou), dies änderte sich jedoch 2006 mit der Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens mit der ukrainischen Automobilfabrik Luzk. Aus diesem Joint Venture entstand ein LKW-Montagewerk für kleine und mittelschwere LKW in Tscherkassy. Hierbei ist die Rollenverteilung besonders interessant, in der die Ukrainer als Geldgeber dienen und die Chinesen von Dongfeng als Technologieexporteure die notwendige Technologie bereitstellen.

    Über Kooperationen zum Erfolg

    2010 war Dongfeng der zweitgrößte Automobilhersteller Chinas.

    Bei der Wachstumsstrategie Dongfengs spielen, sowohl in der LKW- als auch in der PKW-Branche, Joint Ventures und Kooperationen mit ausländischen Unternehmen eine besondere Rolle. Zurzeit führt Dongfeng nur eine PKW-Eigenmarke, nämlich Fengsheng, welche ab 2012 von einer weiteren Eigenmarke, Venucia, ergänzt wird.

    Dongfeng setzt bei seiner Globalisierungsstrategie voll auf das LKW-Geschäft, dort ist das langfristige Ziel unter den Top 3 LKW-Hersteller weltweit zu sein, wobei es Dongfeng dank des Umfangs des chinesischen Marktes im Jahre 2011 sogar auf Platz eins schaffen wird. Bei den Personenwagen dagegen konzentriert sich Dongfeng hauptsächlich auf den chinesischen Markt und möchte nur eine der großen Marken Chinas sein. 2010 war Dongfeng der zweitgrößte Automobilhersteller Chinas.

    Dongfeng hat mehr Kooperationen mit ausländischen Firmen als jedes andere chinesische Automobilunternehmen. Zu den wichtigsten Kooperationen zählen das Gemeinschaftsunternehmen mit der amerikanischen KFZ-Firma Cummins sowie die zahlreichen Joint Ventures mit den japanischen Autobauern Nissan und Honda, dem südkoreanischen Automobilhersteller Kia und dem französischen Automobilkonzern PSA Peugeot Citroen.

    Im PKW-Bereich war das erste Joint Venture, welches Dongfeng mit einem ausländischen Unternehmen einging, jenes mit dem französischen Automobilkonzern PSA Peugeot Citroen im Jahre 1992. Daraus entstand die Dongfeng Peugeot Citroen Automobiles Limited, welche PKW der beiden französischen Automobilmarken für den chinesischen Markt baut. Die Autoteile werden als SKD (Semi-Knocked-Down)-Kit nach China geliefert, wo sie dann nur noch endmontiert werden. Durch das gemeinsame Joint Venture besteht für Dongfeng auch die Möglichkeit, die F&E-Einrichtung des PSA Peugeot Citroen Konzerns in Shanghai zu nutzen.

    Im Jahre 1995 ging Dongfeng ein Joint Venture mit Cummins Inc. ein, einem amerikanischen Hersteller für Diesel- und Gasmotoren. In einem gemeinsamen Werk in Xiangfang werden Abgasanlagen und Dieselmotoren für LKW entwickelt und produziert. 2006 wurde ein gemeinsames Technologiezentrum in China eingerichtet.

    2002 folgte ein Joint Venture mit dem südkoreanischen Automobilhersteller Kia, die Dongfeng Yueda Kia Automobile Company. Inzwischen hat die Dongfeng Yueda Kia Automobile Company zwei Produktionsstätten in China und die Absatzzahlen auf dem chinesischen Markt nehmen stetig zu. 2010 war der Kia Sportage der am 8-häufigsten verkaufte SUV in China.

    Im Jahre 2003 entstand die Dongfeng Automobil Honda Company als Joint Venture mit dem japanischen PKW-Hersteller Honda, um in China unter dem Markennamen Honda PKW zu produzieren und zu verkaufen. Auch dieses Joint Venture ist nach wie vor sehr erfolgreich, der Honda CV-R war 2010 der meist verkaufte SUV in China.

    Die schweren LKW der Dongfeng Group kommen von dem 2003 gegründeten Joint Venture mit dem japanischen Automobilhersteller Nissan, der Dongfeng Motor Company Limited (DFL). Dieses Gemeinschaftsunternehmen entstand aus der langjährigen Kooperation von Nissan und Dongfeng, im Bereich Lastkraftwagenbau, nachdem die chinesische Regierung ausländischen Automobilherstellern erlaubte in den chinesischen Markt einzutreten, wenn sie mit chinesischen Automobilherstellern ein Joint Venture gründeten. Dieses Gemeinschaftsunternehmen stellte den Anfang des globalen LKW-Geschäfts dar, der die Struktur des Weltmarktes für schwere Fahrzeuge nachhaltig veränderte. Darüber hinaus gingen Dongfeng noch weitere Joint Ventures mit Nissan ein, zur Produktion und dem Vertrieb von Nutzfahrzeugen und Personenkraftwagen der Marke Nissan in China. Im Jahr 2010 war Dongfeng Nissan der achtgrößte chinesische PKW-Hersteller mit 661.000 produzierten PKW.

    2009 ging Dongfeng ein Joint Venture mit dem taiwanesischen Automobilhersteller und -importeur Yulon Motor ein. Dongfeng Yulon wurde zur Produktion und dem Vertrieb von Yulon-Fahrzeugen der Marke Luxgen auf dem chinesischen Markt gegründet. Das Unternehmen plant ab 2011 die Produktion von Luxgen-Fahrzeugen in dem eigens dafür aufgebauten Werk in Hangzhou.

    Klare Tendenzen bei den Anmeldungen von Schutzrechten

    In China betreibt Dongfeng mit den meisten seiner Joint Ventures eigene F&E-Einrichtungen. So betreiben sie beispielsweise mit dem Nissan Joint Venture, dem Cummins Joint Venture, Dongfeng Yulon und Dongfeng Peugeot Citroen Automobiles Limited F&E-Einrichtungen in China.

    Im folgenden Diagramm sind die jährlichen Anmeldungen von Schutzrechten des Unternehmens dargestellt. Wie zu sehen ist, resultierten aus diesen regen F&E-Aktivitäten in den Jahren 1995-2007 zahlreiche Patent- und Gebrauchsmusteranmeldungen. Damit hat Dongfeng im Vergleich zu anderen chinesischen Unternehmen relativ früh mit der Anmeldung von Schutzrechten für geistiges Eigentum begonnen, was auf den hohen Stellenwert von F&E im Unternehmen und den langfristigen Planungshorizont Dongfengs schließen lässt. Jedoch fällt auch hier der besonders rasante Anstieg der Anmeldungszahlen seit 2002 auf, was bei vielen chinesischen Unternehmen der Fall ist. In den Jahren 2006 und 2007 meldete Dongfeng jeweils knapp 300 Schutzrechte an, wobei die Gebrauchsmusteranmeldungen die Patentanmeldungen zahlenmäßig überstiegen.

    Dongfeng_IP1

    In der folgenden Abbildung werden die oben beschriebenen Schutzrechteanmeldungen nach Technologie-Bereichen aufgegliedert. Dabei wurden insgesamt über 250 Schutzrechte im Bereich „Transport“ angemeldet, etwa 170 im Bereich „Mechanische Bauteile“, mehr als 150 im Bereich „Analyse-, Mess- und Kontrolltechnik“, gefolgt von fast 150 Anmeldungen im Bereich „Motoren, Pumpen und Turbinen“. Die technologischen Bereiche bilden dabei das Produktangebot Dongfengs ab. In allen Bereichen wurden viel mehr Gebrauchsmuster als Patente angemeldet, was damit zusammenhängen kann, dass Gebrauchsmuster ein weniger aufwändiger und kostengünstigerer Schutz als Patente sind. Jedoch ist der Schutzmechanismus von Gebrauchsmustern nicht so umfangreich und langanhaltend, wie der von Patenten.

    Dongfeng_IP2

    Dongfeng ist zwar einer der größten LKW-Hersteller weltweit, jedoch hat sich das Unternehmen international noch nicht durchsetzen können. Die regionale Verteilung der Schutzrechte unterstreicht dies. Das Unternehmen hat bisher nur in China Schutzrechte für geistiges Eigentum angemeldet. Alleine im Zeitraum 2003-2007 meldete das Unternehmen über 1000 Patente und Gebrauchsmuster in China an. Eine Ausnahme bei der regionalen Verteilung sind in diesem Zeitraum einige wenige weltweit und europaweit angemeldete Schutzrechte.

    Dongfeng_IP3

    Bei der Anmeldung von Trademarks dagegen ist Dongfeng eher international aufgestellt und auf allen Kontinenten vertreten. Dabei fällt auf, dass das Unternehmen am meisten internationale Trademarks anmeldete, aber keine rein europäischen. Insgesamt meldete Dongfeng in Südamerika mehr Trademarks an als in Asien. Dongfeng meldete in China vergleichsweise wenig Markenschutzrechte an, in Indien waren es fast viermal so viele. Auch in vereinzelten Ländern Europas hat Dongfeng Markenschutz beantragt, so beispielsweise in Frankreich, Deutschland und Großbritannien.

    Dongfeng_IP4
    References

    Sorry, you can not to browse this website.

    Because you are using an outdated version of MS Internet Explorer. For a better experience using websites, please upgrade to a modern web browser.

    Mozilla Firefox Microsoft Internet Explorer Apple Safari Google Chrome