First Automotive Works: Maos einstiger Günstling

    Mao legte den Grundstein für einen der größten PKW-Hersteller Chinas

    FAW ist das älteste Automobilunternehmen Chinas.

    1953 legte Mao Tse-tung den Grundstein für das Unternehmen First Automotive Works (FAW) mit dem Ziel, das gesamte chinesische Volk mit Fahrzeugen zu versorgen. Starthilfe bekam das junge Unternehmen damals von der Sowjet Union. Die sowjetische Regierung unterstützte FAW mit Produktionsanlagen und Werkzeugen, aber auch mit technischem Know-how bezüglich Konstruktion und Produktion. Heute ist das älteste Automobilunternehmen Chinas eine der größten staatlichen Motoren- und Fahrzeugfabriken der Volksrepublik. Die Produktpalette FAWs umfasst Dieselmotoren, Busse, LKW und PKW. In der Produktion von Dieselmotoren ist FAW bereits Weltmarktführer. Chinaweit zählt FAW, nach SAIC und vor Dongfeng, zum zweitgrößten Autobauer. 2010 verkaufte FAW 2,6 Mio. Fahrzeuge, was im Vergleich zum Vorjahr einem Wachstum von fast 32% entspricht.

    Exporte in über 70 Länder

    Das langfristige Ziel FAWs ist es, weltweit qualitativ hochwertige Fahrzeuge anzubieten, die die Kundenwünsche und -anforderungen erfüllen und sogar übertreffen. Bereits 1964 war es die Vision von FAW international erfolgreich zu sein, wie aus dem damals vorgestellten und immer noch aktuellen Firmenlogo ersichtlich wird. Auf dem Firmenlogo ist ein stilisierter Falke mit gespreizten Flügeln dargestellt. Dies soll die Firmenstrategie FAWs wiederspiegeln: FAW fliegt von China aus hoch hinauf in den Himmel und in die weite Welt hinaus.

    Bisher hat FAW komplette Fahrzeuge, SKD/CKD (Semi Knocked Down/Completely Knocked Down) Fahrzeugkits und Fahrzeugersatzteile in über 70 Länder exportiert, beispielsweise nach Ägypten, in den Irak, nach Mexiko, nach Südafrika und nach Uruguay. Zukünftig möchte FAW das Exportgeschäft weiter fördern und ausbauen.

    2012 plant FAW SA den Bau einer Produktionsanlage in Südafrika.

    Seit 1993 gibt es das Joint Venture FAW South Africa (SA), welches aus der Kooperation FAWs mit einem südafrikanischen Automobilunternehmen hervorgeht. Das Gemeinschaftsunternehmen ist für die Produktion und den Verkauf von Nutzfahrzeugen in Südafrika zuständig. Bisher betreiben sie nur ein kleines Montagewerk in Ekurhuleni, mit einer sehr geringen Gesamtkapazität. Im Jahr 2012 plant das Unternehmen den Bau einer Produktionsanlage am Ostkap für LKW, leichte Nutzfahrzeuge und PKW und investiert dafür über EUR 75 Mio. Die Fahrzeuge sind nicht ausschließlich für den südafrikanischen Markt bestimmt, sondern sollen auch in andere afrikanische Länder und eventuell sogar nach Lateinamerika exportiert werden. Ab 2015, wenn das neue Werk am Ostkap fertiggestellt sein soll, möchte FAW SA dort insgesamt über 50.000 Fahrzeuge jährlich produzieren.

    Mit dem mexikanischen Mischkonzern Grupo Salinas begann FAW Anfang 2009 in China produzierte Fahrzeuge von FAW nach Mexiko zu importieren und dort zu verkaufen. Darüber hinaus haben die Unternehmen mit dem Bau eines gemeinsamen Werkes im Süden Mexikos begonnen, in dem zukünftig FAW Fahrzeuge für den lateinamerikanischen Automobilmarkt gefertigt werden sollten. Jedoch hat FAW die Kooperation mit Grupo Salinas bereits nach knapp einem Jahr abgebrochen und den Bau des gemeinsamen Werkes eingestellt, da sie die von der mexikanischen Regierung geforderten Mengenauflagen nicht erfüllen konnten.

    Besonders das Etablieren einer internationalen Marke auf dem Automobilmarkt ist für FAW noch ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum internationalen Erfolg.

    Joint-Ventures schon seit 1991

    Bereits 2007 besaß FAW 32 Tochterunternehmen und 17 Unternehmensbeteiligungen.

    Um die ehrgeizigen Ziele, national und international, zu erreichen, geht FAW diverse Partnerschaften und Joint Ventures mit Unternehmen aus dem In- und Ausland ein, vorzugsweise mit großen Automobilherstellern. Bereits 2007 besaß FAW 32 Tochterunternehmen und 17 Unternehmensbeteiligungen.

    Bisher werden durch Joint Ventures Fahrzeuge der Marken General Motors, Toyota, Mazda, VW und Audi in China produziert und vertrieben.

    Neben zahlreichen kleineren Joint Ventures zur Entwicklung und Produktion von Fahrzeugteilen und Sicherheitssystemen für PKWs zählen die folgenden Gemeinschaftsunternehmen zu den Meilensteinen der Wachstumsstrategie FAWs:

    Bereits 1991 ging FAW, als zweites chinesisches Unternehmen in der Automobilbranche, ein Joint Venture mit einem ausländischen Automobilhersteller ein. Zusammen mit dem deutschen Volkswagen Konzern gründete FAW das Unternehmen FAW-Volkswagen Automobile Co Ltd, welches inzwischen für die Produktion und den Vertrieb von Fahrzeugen der Marken VW und Audi in China zuständig ist (neben FAW-Volkswagen produziert auch die Shanghai Volkswagen Automotive Co., Ltd., das Joint Venture zwischen SAIC und der Volkswagen Group China, Fahrzeuge der Marke VW für den chinesischen Markt). FAW-Volkswagen produziert bereits in drei Werken Fahrzeuge und ab 2013 kommt sogar noch ein Werk im südchinesischen Foshan dazu, indem nur Fahrzeuge der Marke Audi hergestellt werden. Zusätzlich plant der Volkswagenkonzern in den kommenden fünf Jahren etwa EUR 3 Mrd. in die Produkte, Produktion und den Vertreib von Fahrzeugen der Marke Audi in China zu investieren, getreu dem Leitsatz „lokale Produktion für den lokalen Markt“.

    Ab 1996 ging FAW verschiedene Joint Ventures und Lizenzprojekte mit Toyota, dem weltgrößten Automobilhersteller, ein, um in China Fahrzeuge der Marke Toyota zu produzieren und zu vertreiben bzw. um After-Sales-Services anzubieten.

    Im Jahre 2005 wurde ein Gemeinschaftsunternehmen mit Mazda gegründet, um Fahrzeuge der Marke Mazda in China zu produzieren und zu verkaufen.

    Zum zehnten Jubiläum der Zusammenarbeit zwischen FAW und dem Kölner Motorenhersteller Deutz gründeten die beiden Firmen 2006 ein Joint Venture für die Produktion von lizenzierten Deutz-Motoren in China. Die industrielle Führung übernahm hierbei die Deutz AG, welche ca. EUR 60 Mio. in das Gemeinschaftsunternehmen investierte.

    2007 macht FAW mit der Kaufabsicht des angeschlagenen US-Konzerns Chrysler Schlagzeilen.

    Im Jahre 2007 erregte FAW durch den beabsichtigten Kauf des angeschlagenen US- Konzerns Chrysler von DaimlerChrysler auch in Deutschland Aufsehen. Die Chinesen waren laut Medienberichten schon zu Verhandlungsgesprächen in die USA gereist, schließlich entschloss sich DaimlerChrysler gegen den Verkauf an FAW. Grund dafür waren Bedenken seitens Daimler, mit dem Verkauf an die Chinesen zu viel Know-how preiszugeben.

    FAW-GM Light Duty Commercial Vehicle Co Ltd. ist das 2009 gegründete Joint Venture von FAW zusammen mit dem amerikanischen Automobilkonzern GM. Das Unternehmen hat sich auf die Produktion und den Vertrieb von Nutzfahrzeugen im In- und Ausland spezialisiert. Es hat bereits 3 Werke in China aufgebaut, in denen Kleintransporter, Pick-ups, SUVs und MPVs gebaut werden, sowie Montagelinien in Russland, Vietnam, Mexiko und der Ukraine. In diesen Montagewerken werden die aus China importierten CKD und SKD Fahrzeugteile endmontiert. FAW-GM Light Duty Commercial Vehicle Co Ltd. hat bereits in mehr als 20 Länder Nutzfahrzeuge exportiert, unter anderem in den Mittleren Osten, Südostasien und nach Amerika. Das langfristige Ziel dieses Joint Ventures ist es, weltweit die Nr.1 im Bereich Kleinlaster zu werden.

    Mit F&E zu innovativen sicheren Fahrzeugen

    Um das langfristige strategische Ziel, das Unternehmen zu einer weltweit etablierten Marke zu entwickeln, zu erreichen, setzt FAW, wie viele chinesische Unternehmen, auf innovative Produkte. Zwischen den Jahren 2000 und 2005 hat FAW 750 Mio. EUR in die Forschung und Entwicklung investiert. Auch zukünftig möchte FAW in F&E investieren, besonders im Bereich der Fahrzeugsicherheit. China führt die traurige Statistik mit den meisten Unfalltoten weltweit an, allein 2009 starben fast 70.000 Menschen bei Verkehrsunfällen. Deshalb liegt es dem Konzernchef Zhu Yanfeng besonders am Herzen, zukünftig den Transport mit dem Auto intelligenter und sicherer zu gestalten.

    Im Hauptfirmensitz in Changchun hat FAW ein großes F&E- und Testzentrum eingerichtet, welches im Jahr 2010 weiter ausgebaut wurde.

    In der folgenden Abbildung ist zu sehen, wie viele Patente (engl. patent) und Gebrauchsmuster (engl. utility model) FAW in den letzten Jahren anmeldete. Erst seit 2001 nimmt das Unternehmen die Möglichkeit wahr, sein geistiges Eigentum auf diese Weise zu schützen. Bis 2005 nahm die Anzahl der angemeldeten Schutzrechte kontinuierlich zu, doch in den Jahren 2006 und 2007 stieg die Anzahl der angemeldeten Schutzrechte sprunghaft an. Im Jahr 2001 meldete FAW nur drei Schutzrechte an, im Jahr 2007 waren es bereits über 150 und damit mehr als 50-mal so viele wie in 2001. Insgesamt ist der Anteil von Patenten an den gesamten Anmeldungen bei etwa 25%. Patente sind kosten-und forschungsintensiver als Gebrauchsmuster, da sie eine größere Erfindungstiefe benötigen. Dafür schützen Patente Erfindungen 20 Jahre, was doppelt so lange ist wie der Schutz durch Gebrauchsmuster. Qualitativ sind daher Patente höher einzuschätzen als Gebrauchsmuster.

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    Betrachtet man die Bereiche, in denen diese Schutzrechte angemeldet wurden, dominiert eindeutig der Bereich „Transport“, was angesichts des Geschäftsfeldes von FAW nicht überrascht. Über 100 Schutzreche meldete das Unternehmen in diesem Bereich an, allerdings überwiegt die Anzahl der Gebrauchsmuster dabei die die Anzahl der Patente wiederum deutlich. Nur etwa 20% der angemeldeten Schutzrechte sind Patente. Im Bereich „Mechanische Elemente“, in dem FAW noch über 60 Schutzrechte anmeldete, ist diese Verteilung noch einseitiger, nur etwa ein Sechstel der angemeldeten Schutzrechte in diesem Bereich sind Patente. Ebenfalls über 60 Schutzrechte besitzt FAW im Bereich „Motoren, Pumpen, Turbinen“, wobei das Verhältnis von Patenten zu Gebrauchsmustern hier ausgeglichener ist. Außerdem hält FAW noch Schutzrechte in anderen Bereichen, beispielsweise im Bereich „Analyse-, Mess- und Kontrolltechnik“ oder im Bereich „Maschinenwerkzeuge“, allerdings sind diese Schutzrechte nicht so zahlreich wie in den anderen drei Bereichen.

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    Die nächste Abbildung stellt die geographische Verteilung der angemeldeten Schutzrechte dar, wobei deutlich wird, dass der größte Anteil der Schutzrechte für China gilt. Schon in dem Balken, der die Anmeldungen der Jahre 1998-2002 repräsentiert, ist zu sehen, dass ein Großteil der Schutzrechte für China gilt, der kleinere Teil der Schutzrecht gilt weltweit oder in Australien. Im Vergleich dazu explodierte die Anzahl der Anmeldungen in den Jahren 2003-2007 förmlich, der Anteil der international geltenden Patente nahm vergleichsweise kaum zu. Nur etwa 5% der in den Jahren 2003-2007 angemeldeten Schutzrechte gelten außerhalb Chinas, wobei FAW dabei vor allem noch Schutzrechte für die USA geltend machte. Außerdem meldete das Unternehmen noch einige Patente und Gebrauchsmuster in Australien und Europa an. Einige der Schutzrechte gelten zudem weltweit. In den Jahren 1998-2002 lag der Anteil der von FAW angemeldeten Schutzrechte, die außerhalb Chinas gelten, allerdings noch bei über 35%.

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    Neben technischen Erfindungen lassen sich durch sogenannte Trademarks auch Markennamen und -zeichen schützen. In der nächsten Abbildung sieht man die regionale Verteilung der Trademarkanmeldungen FAWs. Im Vergleich zu den technischen Schutzrechten zeigt dieses Diagramm eine deutliche internationale Ausrichtung. Zwar gelten die meisten der angemeldeten Trademarks in China, dort hält FAW 34 Trademarks. Jedoch auch in vielen anderen Ländern ließ das Unternehmen seinen Markennamen und sein Logo auf vielfältige Art und Weise schützen. So hält das Unternehmen in Asien außerhalb Chinas nur wenige Trademarks, wobei Japan mit 15 Anmeldungen eine Ausnahme darstellt. Dafür meldete FAW in Europa alleine in Deutschland über 20 und im Großbritannien immerhin 15; dazu kommen noch zwei europaweit geltende Trademarks.

    Auch auf dem amerikanischen Kontinent besitzt FAW einige Trademarks, wobei die Verteilung dort besonders breit erscheint. Nicht nur in den USA und Kanada, sondern auch in vielen Ländern Südamerikas ließ FAW Trademarks eintragen, zum Beispiel in Brasilien, Venezuela, Kolumbien und Argentinien. Die meiste Trademarks hält das Unternehmen mit 17 Anmeldungen in den USA, in Brasilien besitzt das Unternehmen noch mehr als zehn Trademarks.

    FAW_IP4
    References

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