Huawei: Eines der weltgrößten Unternehmen im Bereich Telekommunikation

    Seit Jahren im Aufschwung

    Selbst im Krisenjahr 2009 verbesserten sich Gewinn und Umsatzrendite.
    Huawei Technologies Co., Ltd. wurde 1987 in Shenzhen von Ren Zhengfei gegründet und ist heute einer der größten und innovativsten Kommunikationsausrüster der Welt. Inzwischen beschäftigt das Unternehmen mehr als 110.000 Mitarbeiter in 140 Niederlassungen auf der ganzen Welt und erwirtschaftet einen Umsatz von EUR 21,8 Mrd., wobei mit EUR 14,2 Mrd. etwa zwei Drittel des Umsatzes im Ausland erbracht werden. Selbst im Krisenjahr 2009 wuchs das Unternehmen und verbesserte sowohl seinen Gewinn als auch seine Umsatzrendite. Huawei ist ein privates Unternehmen, aber ein Börsengang ist  nicht geplant, da Ren (Gründer und CEO) Bedenken hat, dass wertvolle Informationen (die den Wettbewerbsvorteil ausmachen) an die Öffentlichkeit gelangen könnten. Er selbst besitzt noch 1,4% an Huawei, der Rest gehört den Mitarbeitern des Unternehmens.
    Ziel für 2011 sind 20 Millionen verkaufte Handys.
    Organisatorisch ist das Unternehmen in drei Geschäftsbereiche gegliedert: Telecom Networks, Global Services und Devices. Telecom Networks trägt 66% des Unternehmensumsatzes bei, EUR 14,5 Mrd. Der Bereich Devices erwirtschaftet mit EUR 3,6 Mrd. (16,6%) den kleinsten Teil des Gesamtumsatzes. Allerdings wuchs auch diese Sparte enorm, knapp 25% im Vergleich zum Vorjahr. Huawei will bis 2015 weltweit zu den drei führenden Mobilfunkmarken gehören und investiert dafür in Cloud- und Datenübertragungstechnologien. Ziel für 2011 sind 20 Millionen verkaufte Handys.

    Von Shenzhen in die Welt

    Seit 2005 kommt die Mehrheit der Aufträge aus dem Ausland.
    Schon seit Ender der 90er Jahre richtet sich Huawei international aus; seit 2005 kommt die Mehrheit der Aufträge aus dem Ausland. Inzwischen ist Huawei weltweit vertreten. Die zu Beginn technisch eher einfachen Produkte waren auf weniger entwickelten Märkten begehrt: Sie entsprachen den dortigen Infrastrukturen und waren vergleichsweise günstig. Mit steigenden Investitionen in F&E, sowie den daraus entwickelten modernen Technologien, gelang Huawei dann auch der Sprung nach Europa. So errichtete Huawei 2004 das UMTS-Netzwerk der dritten Generation für den niederländischen Kommunikationsanbieter Telfort, nachdem es bereits Netzwerke in Hongkong, Malaysia, Mauritius und den VAE aufbaute. Seit dem Markteintritt 2000 ist Europa einer der wichtigsten Märkte für Huawei: Der Umsatz in 2011 betrug EUR 2,3 Mrd.. Das Unternehmen beschäftigt dort 5.800 Mitarbeiter, 1.500 davon in Deutschland. Die Europazentrale ist in Düsseldorf mit weiteren Büros in München, Bonn, Eschborn und Berlin (seit August 2011; somit das erste chinesische Unternehmen mit einem Hauptstadtbüro in Deutschland). In Europa zählen Telefonica, Telecom Italia, France Telecom/Orange (FT), Vodafone und die Deutsche Telekom zu den Kunden. Neben dem B2B-Geschäft, wie dem Aufbau von Netzwerken, bemüht sich Huawei zunehmend um das B2C-Geschäft. Ziel ist es, die Marke Huawei zu etablieren und die Kunden von den angebotenen Produkten zu überzeugen und so die Markstärke auszubauen. Huawei ist seit 1997 in Afrika vertreten. Anfang 2009 beschäftigte Huawei mehr als 4.000 Mitarbeiter in Afrika und hatte 4 Regionalbüros. 2010 betrug Huaweis Umsatz in Afrika etwa EUR 2,6 Mrd. In Nordamerika, wo Huawei seit 2001 eine Zentrale in Plano, Texas, unterhält, wachsen die Umsätze rasant: 2010 berichtete Huawei einen Umsatz von EUR 341,4 Mio., 2011 möchte das Unternehmen in Kanada und den USA mehr als EUR 751,9 Mio. umsetzen. Dabei helfen Kooperationen, wie beispielsweise die mit Motorola im Bereich Schaltelemente.
    Weltweit nutzen 45 der 50 größten Netzbetreiber Produkte von Huawei
    Weltweit nutzen 45 der 50 größten Netzbetreiber Produkte von Huawei, weil das Unternehmen ein umfassendes, geschlossenes Produktportfolio und qualitativ hochwertige Produkte zu niedrigen Preisen anbietet. Diese Preise werden durch die Produktion von Großserien und die damit verbundenen Skaleneffekten (Economies of Scale), sowie durch die geringen Lohnkosten in China ermöglicht.

    Hindernisse bei Übernahmen in Großbritannien und den USA

    2011 verkündete Huawei die Übernahme des Joint-Ventures Huawei Symantec
    Bei der Umsetzung der Internationalisierungsstrategie kam Huawei bisher weitgehend ohne Akquisitionen aus und setzt auf Joint Ventures und Kooperationen mit anderen Unternehmen. So kooperiert Huawei mit Motorola, Symantec, Siemens und der Deutschen Telekom. Im November 2011 verkündete Huawei die Übernahme von 49% der Anteile von Symantec am gemeinsamen Joint-Venture „Huawei Symantec“. Andere geplante Akquisitionen Huaweis in Großbritannien und den USA scheiterten bisher: Im Jahr 2005 wollte Huawei Marconi übernehmen, einen britischen Telekomanbieter mit dem Huawei seit 2001 eine Vertriebspartnerschaft verband. Ericsson bekam den Zuschlag, wohl auch, weil amerikanische Behörden Sicherheitsbedenken geäußert hatten, da Marconi auch das FBI belieferte. Weiterer Übernahmeversuche Huaweis scheiterten: Gemeinsam mit Bain Capital (im Jahr 2008) sollte der Joint-Venture Partner Huaweis, der amerikanische Netzwerkhersteller 3com, übernommen werden. In 2011 war eine weitere Akquisition, die des Serverspezialisten 3Leaf Systems, geplant. Beide Versuche scheiterten, da die US-Behörden ihre Bedenken teilweise öffentlich äußerten. Grund für die Skepsis westlicher Staaten sind angebliche Beziehungen Huaweis und Rens zum chinesischen Militär. So geht aus dem Militärreport der PLA (People Liberation Army) von 2008 hervor, dass unter anderem Huawei im Jahr 2000 enge Beziehungen zum chinesischen Militär unterhielt und gemeinsam mit diesem F&E betrieb. Weitere Hinweise darauf gibt es jedoch nicht. Huawei selbst bestreitet eine Verbindung zum Militär ab und wehrt sich gegen solche Vorwürfe.

    Die Innovationen von morgen finden und schützen

    Um die Erfolgsgeschichte weiter zu schreiben, investiert Huawei jährlich 9% seines Umsatzes (EUR 1,9 Mrd. in 2010) in F&E. Die F&E-Abteilungen mit 51.000 Mitarbeiter betragen 46% der gesamten Belegschaft und sind in F&E-Zentren auf der ganzen Welt verteilt, zum Beispiel in China, Indien, Russland, Türkei, Schweden, Südafrika, Nigeria und den USA. Um die Mitarbeiter der F&E-Abteilungen zusätzlich zu motivieren, werden sie durch Dividenden am Unternehmenserfolg beteiligt. Aufgrund der umfangreichen F&E-Investitionen stiegen seit 2000 die Patentanmeldungen von Huawei rasant an, wie in der folgenden Abbildung zu sehen. Dabei fällt insbesondere der rapide Anstieg zwischen den Jahren 1999 und 2006 auf, in diesem Zeitraum haben sich die Patentanmeldungen jährlich etwa verdoppelt. Huawei_IP1 Im Jahr 2007 gingen die Anmeldungen deutlich zurück. Anzunehmen ist daher, dass sich die Anzahl der angemeldeten Patente (engl. patent) und Gebrauchsmuster (engl. utility model) auf dem Niveau von 2007 einpendeln wird. Ende 2010 hatte das Unternehmen eigenen Angaben zu Folge schon insgesamt mehr als 49.000 Patente angemeldet, etwa 17.000 davon außerhalb Chinas. Außerdem ist die Aufteilung zwischen Patent- und Gebrauchsmusteranmeldungen signifikant, da das Unternehmen fast ausschließlich Patente anmeldete. Patente sind im Vergleich zu Gebrauchsmustern kosten- und forschungsintensiver als Gebrauchsmuster, bieten dafür aber auch einen umfangreicheren Schutz. In der nächsten Abbildung werden die Bereiche dargestellt, in denen Huawei Patente und Gebrauchsmuster anmeldete. Mit großem Abstand auf Rang eins dieser Statistik liegt der Bereich „Telekommunikation“. Fast 25.000 Schutzrechte hat das Unternehmen im betrachteten Zeitraum in diesem Bereich angemeldet, wobei der Anteil der Patente bei etwa 98% liegt. Im Bereich „Informationstechnologien“, in dem Huawei immer noch fast 2.500 Schutzrechte anmeldete, liegt der Anteil der Patente ebenfalls etwa bei 98%. Auf Platz drei folgt der Bereich „Elektrische Geräte, Engineering und Energie“, wobei bei einer Anzahl von 750 Schutzrechten der Anteil der Patente unter 50% liegt. Huawei auch in den Bereichen „Analyse-, Mess- und Kontrolltechnik“ sowie „Audiovisuelle Technologien“ Schutzrechte an.   Huawei_IP2 Betrachtet man die regionale Verteilung der Anmeldungen (nächste Abbildung) zeigt sich deutlich, dass neben der absoluten Anzahl der angemeldeten Schutzrechte stark anstieg – auch der Anteil der Schutzrechte, die außerhalb Chinas angemeldet wurden. Über 35% der Schutzrechte, die Huawei zwischen 2003 und 2007 anmeldete, gelten außerhalb Chinas (in den Jahren 1998-2002 waren es nur etwa 20%). dabei setzte Huawei vor allem auf die Anmeldung von Schutzrechten in Europa (vor allem in Deutschland) und den USA. Die meisten Schutzrechte, insgesamt über 1.000 an der Zahl, meldete Huawei allerdings gleichzeitig für mehrere Länder weltweit an. Huawei_IP3 Neben den unzähligen Gebrauchsmustern und Erfindungen schützt sich das Unternehmen weltweit durch die Anmeldung so genannter Trademarks auch seinen Markennamen und sein Logo. Die Auswertung der Trademarks nach Ländern spiegelt die Internationalisierungsstrategie Huaweis wider (nächste Abbildung). So liegt der Fokus der Trademarkanmeldungen, ähnlich wie bei den Patent- und Gebrauchsmusteranmeldungen, offensichtlich auf Europa, China und den USA. Vor allem die Anzahl der Trademarks in China ist signifikant, wo Huawei über 1.000 angemeldet hat. In den restlichen Ländern Asiens konzentriert sich Huawei vor allem auf Singapur und Indien, wobei Singapur als Brückenkopf vieler ausländischer Unternehmen in Asien gilt und daher für Huawei als Kooperations- und Technologiebasis fungiert. Indien hingegen bietet einen großen Markt der gegenüber Informationstechnologien aufgeschlossen ist, aber nicht besonders kaufkräftig ist. Dort dürfte sich der Preisvorsprung, den Huawei gegenüber westlichen Unternehmen hat, sehr positiv für Huawei auswirken. Weniger Augenmerk legt das chinesische Unternehmen auf die beiden weiter entwickelten Länder Nordostasiens, Japan und Südkorea. Ein Grund dafür können die hohen Markteintrittsbarrieren in beiden Ländern sein, aufgrund der starken einheimischen Konkurrenz im Technologiebereich sein. An den Trademarks in Europa ist auffällig, dass länderübergreifende Trademarks dominieren, Huawei also seine Marken gleich europaweit schützt. Über 200 Trademarks ließ das Unternehmen so registrieren. Auf dem amerikanischen Kontinent konzentrieren sich die Trademarkanmeldungen auf die USA, hier gibt es viel Know-how im Technologiebereich. Huawei hat sich dennoch in den südamerikanischen Staaten wie Brasilien, Venezuela oder Argentinien jeweils ca. 30 Trademarks schützen lassen. Auch hier spiegelt sich Huaweis Strategie, zuerst in den weniger entwickelten Ländern Fuß zu fassen, wider. Denn in Kanada meldete Huawei bisher nur 20 Marken an. Zudem sicherte sich Huawei mehr als 20 International Trademarks, die zu den Anmeldungen je Land hinzukommen. Huawei_IP4
    References

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